Universitätsfrauenklinik - Brustzentrum
 Universitätsmedizin Leipzig

Behandlung von Brustkrebs - Lokoregionäre Therapie

1. Operation

onkologische Station 1 Plus Symbol Eingang onkologische Station Steht die Diagnose Brustkrebs zweifelsfrei fest, muss in den meisten Fällen der Tumor aus der Brust entfernt werden. Vielfach kann heute brusterhaltend operiert werden. Voraussetzung dafür ist ein einzelner, örtlich begrenzt wachsender Tumor. Er darf weder die Haut noch die Brustkorbwand befallen haben.

Darüber hinaus ist das Verhältnis der Größe des Tumors zur Größe der Brust entscheidend.

Ist der Tumor für eine brusterhaltende Therapie zu groß, kann er über eine Chemotherapie zunächst verkleinert und dann entfernt werden. Diese Therapie wird als neoadjuvante oder präoperative Chemotherapie bezeichnet.

Wenn die gesamte Brust entfernt werden muß, erhält jede unserer Patientinnen die Möglichkeit, einen plastischen Chirurgen vor der Operation zu konsultieren, um sich über die verschiedenen Formen der Brustrekonstruktion zu informieren. Der Brustwiederaufbau kann mit Eigengewebe erfolgen, indem Haut- oder Muskelgewebe verschoben bzw. verpflanzt wird. Alternativ oder in Kombination können Implantate aus Kunststoffhüllen mit Silikon-, Salzwasser- oder Hydrogel-Füllung eingelegt werden. Auch eine Brustwarze kann durch Hautverpflanzung und/oder Tätowierung rekonstruiert werden.

Die Lymphknoten in der Achselhöhle der betroffenen Seite werden sowohl bei der brusterhaltenden Operation als auch bei der Mastektomie untersucht. Das ist wichtig für die Feststellung des Tumorstadiums und die Ableitung der weiteren Behandlung. Das Verfahren der Wahl ist heute die Markierung des sogenannten Wächter- oder Sentinel-Lymphknotens mittels eines radioaktiv markierten Medikamentes vor der Operation und blauen Farbstoffs während der Operation. Die Doppelmarkierung erhöht die Entdeckungsrate der Wächterlymphknoten und damit die Sicherheit der Patientin. Die so markierten Lymphknoten werden vom Operateur gezielt entfernt und während der Operation untersucht (Schnellschnitt). Lassen sich keine Krebszellen nachweisen, kann der Patientin die Entfernung aller Lymphknoten aus der Achselhöhle erspart werden. Diese schonende Form der Operation vermindert die Beschwerden nach der Operation.

2. Bestrahlung

Energiereiche Strahlung kann Krebszellen zerstören oder zumindest in ihrem Wachstum hemmen. Nach jeder brusterhaltenden Operation erfolgt routinemäßig die Behandlung der Brust mit Röntgenstrahlen. Damit sollen nach der Operation möglicherweise zurückgebliebene Krebszellen zerstört und das Wiederauftreten des Tumors an gleicher Stelle verhindert werden. Die Bestrahlung erfolgt, sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, also frühestens drei Wochen nach der Operation. Im Falle einer Chemotherapie wird erst nach deren Abschluss bestrahlt. Die Bestrahlung erfolgt an mehreren Tagen in der Woche. Dabei kann von außen gezielt bestrahlt werden, so dass gesundes Gewebe weitgehend geschont wird.

 
Letzte Änderung: 16.08.2017, 16:10 Uhr
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