Universitätsfrauenklinik - Brustzentrum
 Universitätsmedizin Leipzig

Behandlung von Brustkrebs - Systemische Therapie

Die systemische Therapie (Chemotherapie und Immuntherapie) erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kollegen des Universitären Krebszentrums.

1. Chemotherapie

Unter Chemotherapie versteht man die in der Regel ambulante Verabreichung von zellteilungshemmenden Medikamenten (Zytostatika) als Infusion oder in Tablettenform. Die Stoffe entfalten ihre Wirkung im gesamten Körper (systemisch) und können so Krebszellen überall erreichen. Bei ihrer Wirkung setzen sie auf eine besondere Eigenschaft der Krebszellen: ihre schnelle Zellteilung. Allerdings können auch andere schnell wachsende Zellen angegriffen werden. Dazu gehören blutbildende Zellen des Knochenmarks, die Zellen der Haarwurzeln, Magen- und Darmschleimhautzellen sowie Zellen der Mundschleimhaut. Dies erklärt die typischen Nebenwirkungen der Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Haarausfall und allgemeines Unwohlsein. Eine Chemotherapie kann auch vor einer Operation als sogenannte neoadjuvante Chemotherapie eingesetzt werden. Prinzipiell ist das bei jeder Patientin möglich, bei der bereits vor der Operation feststeht, dass sie eine Chemotherapie braucht. Zusätzlich kann der Tumor verkleinert werden, was die Möglichkeit einer brusterhaltenden Operation eröffnen kann. Darüber hinaus kann überprüft werden, wie der Tumor auf die Behandlung reagiert.

2. Endokrine und endokrin basierte Therapie

Eine endokrine Therapie kann z.B. zusätzlich zu einer Chemotherapie oder ausschließlich eingesetzt werden. Brustkrebszellen besitzen bestimmte im Zellkern Rezeptoren für körpereigene Botenstoffe (Hormone), die ihr Wachstum unterstützen. Das können z.B. Rezeptoren für die weiblichen Hormone Östrogen und/oder Progesteron sein. Diese sind dann ein Angriffspunkt für die Behandlung.

3. Immuntherapie

Seit mehreren Jahren stehen in der Behandlung von Brustkrebs Antikörper zur Verfügung. Diese richten sich spezifisch nach dem "Schlüssel - Schloß - Prinzip" gegen Rezeptoren auf der Oberfläche von Krebszellen. Ein solcher Rezeptor ist z.B. HER2. Wird er nachgewiesen, kann durch die Behandlung mit Antikörpern (z.B. Herceptin® und Perjeta®) zusätzlich zur Chemotherapie und zur endokrinen Therapie eine Verbesserung der Prognose erreicht werden. Die Erforschung von weiteren Antikörpern und Medikamenten, die auf alternativem Weg die Rezeptoren beeinflussen, ist heute ein der wichtiges Gebiete für die Erarbeitung neuer Therapiekonzepte.

 
Letzte Änderung: 16.08.2017, 16:07 Uhr
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